Antriebslosigkeit durch Cannabiskonsum?

Aus Fach- und Konsumentenkreisen gibt es immer wieder den Verdacht und die Erfahrung, dass Cannabiskonsum Antriebslosigkeit verursachen kann. Nun gibt es dazu auch eine auf Pubmed veröffentlichte Studie, nachdem in früheren Studien gemischte Schlüsse gezogen wurden.

Dass Cannabis auf das jugendliche Gehirn stärker wirkt als auf Erwachsene, ist inzwischen hinreichend bewiesen. Die neue Studie untersuchte erstens den Zusammenhang zwischen nicht-akutem Cannabiskonsum und Apathie, Anhedonie (Lust-/Antriebslosigkeit), Freude und anstrengungsbasierter Entscheidungsfindung für Belohnung und zweitens, ob diese Beziehungen durch das Alter beeinflusst werden. Dafür wurden Daten aus der „CannTeen“-Studie verwendet. Die Teilnehmer waren 274 erwachsene (26–29 Jahre) und jugendliche (16–17 Jahre) Cannabiskonsumenten (Konsum an 1–7 Tagen/Woche in den letzten drei Monaten) sowie geschlechts- und altersangepasste Kontrollpersonen. Dabei zeigten die Kontrollpersonen letztlich höhere Anhedonie-Werte als Cannabiskonsumenten. Es gab keine anderen signifikanten Auswirkungen der Benutzergruppe und keine signifikanten Interaktionen zwischen Benutzergruppe und Altersgruppe.

Die Ergebnisse deuten also darauf hin, dass der Cannabiskonsum an drei bis vier Tagen pro Woche nicht mit Apathie, anstrengungsbasierter Entscheidungsfindung für Belohnung, Belohnungswunsch oder Belohnungslust bei Erwachsenen oder Jugendlichen verbunden ist. Allerdings ist auch dies „nur“ eine Studie unter vielen, die sich gegenseitig widersprechen. Um sich ein klareres Bild zu machen, müssten alle publizierten Studien zu diesem Thema in ihrem Forschungsdesign verglichen und ausgewertet werden.

Quelle:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35999024/

[FORSCHUNG] CBD bei Schlafstörungen durch Autismus?

Diese Studie verdient besondere Aufmerksamkeit, denn sie nutzte die Königsdisziplin der Forschung: ein doppelblindes, placebokontrolliertes Verfahren. Untersucht wurde eine Cannabinoidbehandlung bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus mit Auswirkung auf ihr Schlafverhalten.

Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer der folgenden drei Behandlungen zugeteilt: einem Ganzpflanzen-Cannabisextrakt, das Cannabidiol (CBD) und Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) im Verhältnis 20:1 enthielt, einem gereinigten CBD- und THC-Extrakt im gleichen Verhältnis und einem oral verabreichten Placebo.

Letztlich konnte in keinem der untersuchten Indikatoren im Vergleich zur Placebovergabe ein wirksamer Effekt von CBD nachgewiesen werden. In diesem Bereich konnte also bisher nicht belegt werden, dass CBD tatsächlich hilft.

Quelle:

https://www.mdpi.com/2227-9059/10/7/1685

[FORSCHUNG] Cannabidiol zur Behandlung von Arthritis und Gelenkschmerzen

Arthritispatienten, die alle gängigen Maßnahmen ausgeschöpft haben, können chronischen Schmerzen ausgesetzt sein und auf eine symptomatische Behandlung mit entzündungshemmenden Mitteln, Paracetamol und Opioiden zurückgreifen. Auch Cannabidiol (CBD) kann dafür sinnvoll sein und wurde nun in einer amerikanischen Studie näher untersucht.

Die Verwendung von CBD war mit Verbesserungen der Schmerzen (83 %), der körperlichen Funktion (66 %) und der Schlafqualität (66 %) verbunden. Untersucht wurden Osteoarthritis, rheumatoide und andere Autoimmunarthritisarten. 44% der Befragten berichteten von einer Schmerzlinderung nach der Anwendung von CBD. Dabei gab es Unterschiede zwischen den Arthritisarten. 60,5% reduzierten nach der Anwendung die Einnahme anderer Medikamente – knapp 31% die Entzündungshemmer, 18% Paracetamol und 9% Opioide. Abgesetzt wurden Entzündungshemmer gar von knapp 18% der Befragten, Paracetamol ebenfalls und Opioide von 19%.

Erschwerend für die Verlässlichkeit des Forschungsdesigns ist dabei, dass die Studie ausschließlich online durchgeführt wurde und zudem die Zielgruppe der Befragten auch nur auf diese Weise rekrutiert wurde.

Angesichts der starken möglichen Nebenwirkungen der anderen Medikamente gegenüber Cannabis sollten diese Ergebnisse dennoch zum Nachdenken anregen, ob Cannabis in solchen Fällen nicht tatsächlich die gesündere Alternative wäre. Natürlich muss dabei immer die Patientengeschichte berücksichtigt werden. Weitere Forschung auf diesem Gebiet kann auf jeden Fall zu einer allgemeinen Verbesserung der Einschätzungsfähigkeit bis hin zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten beitragen und sollte unbedingt weiterverfolgt werden.

Quelle:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35999581/

[FORSCHUNG] Arzneimittelwechselwirkungen beeinflussen möglicherweise die antiepileptische Wirkung von Cannabidiol

In einer neuen Studie wurde die stereoelektronische Ähnlichkeit von CBD-Metaboliten zu klassischen Antiepileptika wie Phenytoin untersucht. Dabei wurden Arzneimittelwechselwirkungen mit CBD mit einbezogen. Eventuell könnten daraus entstehend neue CBD-basierte Antiepileptika gefunden werden, so die Forscher.

Quelle:

https://www.researchgate.net/publication/363108979_Drug-drug_interactions_potentially_affecting_the_antiepileptic_action_of_cannabidiol_and_its_metabolites

[FORSCHUNG] Exposition gegenüber Cannabis löst möglicherweise Heißhungerattacken aus

Eine systematische Übersichtsarbeit, die in der Zeitschrift „Psychopharmacology“ veröffentlicht wurde, fand bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten in bestimmten Gehirnregionen eine erhöhte Gehirnreaktivität auf „Cannabis-Hinweise“. Die Studie gab auch vorläufige Hinweise darauf, dass diese erhöhte Gehirnfunktion das Verlangen nach Cannabis auslösen kann.

Zusammenfassend gibt es nun also eine weitere Studie, die die Theorie einer möglichen Abhängigkeit von Cannabis sowie von Cannabis ausgelösten Heißhungerattacken unterstützt.

Unter den genannten Cannabis-Hinweisen verstehen die Forscher etwa Bilder von Cannabis, Fachgeschäfte dafür, Utensilien, Gerüchte oder auch einen Konsumenten. Aufgrund eines Impulses oder einer Gewohnheit kann dadurch die Gehirnaktivität gesteigert und der Drang ausgelöst werden, ebenfalls zu konsumieren.

Wichtig bei diesen Beobachtungen ist, dass die Studie im Querschnittsdesign durchgeführt wurde; das heißt, sie betrachtet nur einen Zeitpunkt, keine Zeitspanne. Wie sich das Verlangen und die Gehirnaktivität von Cannabisnutzern mit der Zeit und mit unterschiedlich starkem Konsum ändern können, wurde also (noch) nicht untersucht. Zudem ging es nur um freizeitlichen, nicht um medizinischen Konsum.

 

Quelle:

https://www.psypost.org/2022/08/exposure-to-cannabis-cues-increases-brain-activity-among-cannabis-users-possibly-triggering-cravings-63590?utm_content=218412926&utm_medium=social&utm_source=facebook&hss_channel=fbp-1859094734413054&fbclid=IwAR1VPirufie_qmOtmgvIb5iSp5nW3B14b91swowhPL4C7xnndi4YQ9vwK0o

[FORSCHUNG] Cannabis in der Menopause

Eine kürzlich erschienene Übersichtsstudie bewertete Muster des Konsums von medizinischem Cannabis bei Personen in der Perimenopause („Wechseljahre“) und in der Menopause.

Die meisten Teilnehmerinnen befürworteten die Verwendung von Medizinalcannabis bei Symptomen im Zusammenhang mit der Menopause (78,7 %). Die häufigsten Konsumarten waren Rauchen (84,3 %) und essen (78,3 %) und die häufigsten Symptome waren Schlafstörungen (67,4 %) und Stimmungsschwankungen bzw. Angstzustände (46,1 %). Teilnehmerinnen in der Perimenopause, also während der Wechseljahre, berichteten dabei von schwerwiegenderen Problemen, einschließlich größerer Belastung durch Angst und Hitzewallungen sowie über eine höhere Inzidenz von Depressionen. Daraus folge eine erhöhte Anwendung von von Cannabis zur Behandlung von menopausebedingten Symptomen.

Zukünftige Forschung sollte laut den Autoren der Studie die Auswirkungen verschiedener Merkmale des Cannabiskonsums auf die Wirksamkeit bei menopausalen Symptomen untersuchen.

 

Quelle:

https://journals.lww.com/menopausejournal/Fulltext/9900/A_survey_of_medical_cannabis_use_during.26.aspx

[FORSCHUNG] Symptombehandlung bei palliativen Krebspatienten

Eine neue Studie für den Zeitraum 2017 bis 2020 untersuchte die Merkmale und Barrieren von medizinischem Cannabis in der palliativen Krebsbehandlung.

Insgesamt wurden 184 Patienten beobachtet. 51,5 % von ihnen erhielten mindestens ein Rezept von einer in New York zugelassenen Cannabis-Ausgabestelle, während 39,13 % zertifiziert waren, aber niemals medizinisches Cannabis erhielten. Bei Patienten, die mindestens eine Dosis einnahmen, erlebten 48,14 % eine Besserung der Schmerzen, 44,95 % verwendeten weniger Opioide und 85,11 % hatten eine Verbesserung bei mindestens einem Symptom. Die Nebenwirkungen waren mit 3,72 % gering.

Zusammenfassend lässt sich, wie so oft in diesem Bereich, der Nutzen von medizinischem Cannabis für palliative Krebspatienten bei gleichzeitigen geringen Nebenwirkungen hervorheben, wobei jedoch noch immer – auch und vor allem in Deutschland – große Hürden zu überwinden sind.

Quelle:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35915672/

[FORSCHUNG] Herzrhythmusstörung durch Cannabiskonsum?

Eine Auswertung der Daten der MESA-Studie (Multiethnic Study of Atherosclerosis) hat laut Forschern ergeben, dass ein aktueller Cannabiskonsum gegenüber einem Nichtkonsum mit einem höheren Risiko für atriale und ventrikuläre Arrhythmien einhergeht sowie ein häufiger Konsum mit ventrikulären Arrhythmien verbunden ist.

Nebenerkenntnisse waren unter anderem, dass Cannabis-Konsumenten im Vergleich zu Nicht-Konsumenten häufiger männlich und jünger waren, ein höheres Körpergewicht hatten und vermehrt ehemalige oder aktuelle Raucher waren. An dieser Stelle setzt auch einer der größten Schwachpunkte der Studie an:

Es wurde lediglich das Rauchen von Cannabis als Konsumform einbezogen. Zudem wurden die Inhaltsstoffe und Konzentrationen nicht berücksichtigt, das Tabakrauchen als Nebeneffekt nicht herausgerechnet und die Stichprobe war auch nicht gewichtet und zu klein. Der erste Hinweis auf die Möglichkeit von Herzkrankheiten wirft nun jedoch (wiederholt) die Frage auf, ob für diese Art gesundheitlicher Schäden tatsächlich der parallele Tabakkonsum allein verantwortlich ist oder Cannabis tatsächlich ebenfalls langfristig solche körperlichen Schäden verursachen kann. Weitere Forschung ist hier auf jeden Fall angebracht.

 

Quelle:

https://www.gelbe-liste.de/kardiologie/arrhythmien-durch-cannabiskonsum

[FORSCHUNG] Cannabisextrakt wirksam bei Patienten mit chronischen Schmerzen

Die Verabreichung von Cannabisextrakten, die gleiche Mengen an THC und CBD enthalten, wird mit einer verringerten Schmerzintensität und einem verbesserten Schlaf bei Patienten mit chronischen refraktären Schmerzzuständen in Verbindung gebracht.

Die Teilnehmer der Studie verwendeten das Extrakt täglich für mindestens drei Monate. Alle Probanden in der Studie litten an Zuständen, die auf herkömmliche Analgetika wie Opioide und NSAIDs nicht ansprachen. Bei den Versuchspersonen wurden am häufigsten eine Neuropathie, muskuloskelettale Schmerzen oder Arthritis diagnostiziert.

Quelle:

https://www.eucannajobs.com/post/study-cannabis-extract-effective-in-patients-with-refractory-chronic-pain?fbclid=IwAR0AFgkSAhdTJx3KAYaye_Dx0aZmGrol4KPH18cfUlALulY7EhDi-hWaq44

[FORSCHUNG] Unfertige Studienlage zu Cannabisnutzern und Nebenhöhlenproblemen

Könnte Cannabiskonsum helfen, Probleme mit den Nebenhöhlen in Schach zu halten? Nach einer neuen Studie weiß man – vielleicht.

Eine neue Studie aus den USA zeigte, dass Menschen, die Cannabis konsumieren, weniger Anfälle von Staus, Niesen und Nebenhöhlenschmerzen haben als ihre nichtkiffenden Altersgenossen. Aber Achtung, das muss nicht heißen, dass Cannabiskonsum gegen diese gesundheitlichen Probleme hilft: Die Gründe für den Zusammenhang bleiben bisher unklar. Bei Rauchern einfacher Zigaretten wurde der positive Effekt zwar nicht beobachtet – jedoch wurde nicht unterschieden, ob das Cannabis geraucht oder anderweitig eingenommen wurde, und es stellte sich heraus, dass Raucher doppelt so häufig über Nasen- oder Nebenhöhlensymptome berichteten wie Nichtraucher. Faktoren wir Alter, Einkommen und Bildung wurden indes berücksichtigt und herausgerechnet.

Fraglich bleibt laut der Forscher auch, ob der Effekt nicht vielleicht sogar umgekehrt greift – also, ob Menschen mit Nasen- oder Nebenhöhlenproblemen Cannabis von vornherein meiden. Tatsächlich könnten aber auch die enthaltenen Cannabinoide einen therapeutischen Effekt haben; entzündungshemmend wirken einige von ihnen zumindest. Bis das herausgefunden ist, bleibt jedoch der beschriebene Zusammenhang ein typisches Henne-Ei-Problem. Grundsätzlich sei aber bei einer solchen gesundheitlichen Problematik vom Rauchen jeglicher Stoffe abzuraten.

Quelle:

https://medicalxpress.com/news/2022-08-pot-users-prone-sinus-problems.html?utm_content=218533519&utm_medium=social&utm_source=facebook&hss_channel=fbp-1859094734413054&fbclid=IwAR1AkmJSa10USEtNyMXjQkSrY5pTIbysXqI6Pvhz2GA2nsgDGs-vs31lDAY

[Kritik] Kiffen erst ab 25?

Wenn man dieses Essay so liest, erscheinen vor dem inneren Auge bildreiche Assoziationen drogensüchtiger, hängengebliebener junger Erwachsener, die rauschende Exzesse feiern und die Kontrolle über ihr Leben verloren haben.

Was hat das mit Cannabiskonsum zu tun?

Das haben wir uns auch gefragt.

Einig sind wir uns mit der Autorin zumindest in einem Halbsatz, der besagt, dass der Cannabiskonsum bei Erwachsenen „vertretbar“ sei. Als Medizin, sagen wir, ist das auf jeden Fall sinnvoll. Bei freizeitlichem Konsum scheiden sich bekanntlich die Geister; (wissenschaftlich fundierte, nicht im Nachhinein revidierte, unabhängig finanzierte) Studien zeigen jedoch, dass Cannabis in diesem Alter Körper und Psyche (im Vergleich zu anderen psychotropen Substanzen) nur relativ geringfügig schädigen kann.

Bei Jugendlichen hingegen, so schreibt Kempinski, schlage „das psychoaktive Kraut ein wie eine Bombe“. Finden wir etwas dramatisch formuliert. Es stimmt zwar, dass Cannabis für jugendliche Gehirne schädlicher ist als für „ausgereifte“ erwachsene. Dennoch ist und bleibt Cannabiskonsum für im Grunde gesunde Menschen ungefährlicher als jede (!) andere Droge.

[Kritik] „Cannabis wissenschaftlich geprüft“

Die inzwischen recht erfolgreiche und allseits beliebte Mai hat bereits vor zwei Jahren ihren Senf zum Cannabisthema abgegeben. Natürlich „wissenschaftlich geprüft“.

Was uns auffällt:

Die Empfehlung von drugcom finden wir super, das ist eine sehr verlässliche Webseite.

Die Definition von Sucht wird – entsprechend den offiziellen ICD-Richtlinien – wie so oft rein medizinisch-psychologisch getroffen. Nachvollziehbar vor dem Hintergrund der Autorin dieses Videos, aber uns fehlen da noch soziale, soziologische und alle anderen Aspekte (Set, Setting, …).

Auch Cannabis als Medizin hat sie explizit behandelt – da das Video jedoch noch aus dem Jahr 2020 stammt, sind die genannten Studien teilweise veraltet und es gibt zahlreiche neue Ergebnisse.

Den Hinweis in Minute 19 finden wir super – medizinisches und freizeitliches Cannabis sollten immer klar getrennt werden!

Wir sagen: An sich endlich ein unterhaltsames und wissenschaftlich - zu diesem Zeitpunkt - haltbares Video. Daumen hoch!

In Bezug speziell auf medizinisches Cannabis sind die thematisierten Wirkungen und Nebenwirkungen natürlich keineswegs irrelevant. Sie sollten also bei der Indikation berücksichtigt und anschließend regelmäßig überprüft werden.

https://www.youtube.com/watch?v=B7Rul6p6SZM

[Kritik] ZDF Info: Rauschgift oder Wundermittel? Medizinisches Cannabis in Deutschland

Zu dieser Doku der immer wieder wichtige Hinweis, dass Cannabis per Joint eingenommen keine so nachgewiesen erfolgreiche medizinische Wirkung zeigt wie andere Einnahmeformen!

Zur Frage im Titel – Rauschgift oder Wundermittel – sagen wir: Cannabis kann als Rauschgift verwendet werden. Und als Medizin. Der Begriff Wundermittel ist emotional und irreführend, daher unterstützen wir diesen nicht. Dass Cannabis als Medizin helfen kann, ist zu diversen Indikatoren bereits nachgewiesen worden.

 

Uns ist schleierhaft, warum bei jeder einzelnen Legalisierungsdiskussion Kinder thematisiert werden. Selbstverständlich sollten Rauschmittel nicht für Kinder zugänglich sein – doch wenn aktuell Minderjährige kiffen wollen, kommen sie dort leichter dran als an (legale, aber für Kinder verbotene) Zigaretten. Jugendschutz sollte, auch bei einer Legalisierung, natürlich das A und O sein. Auf die medizinische Nutzung sollte das keinen Einfluss haben!

https://www.youtube.com/watch?v=lQrHgy_-3wo

[Kritik] Harald Lesch – Cannabis „zwischen Horror und Heilung“

„Am liebsten wäre es mir, wir müssten diese Sendung gar nicht machen“. [1:00]

Ohne Worte erstmal – eine differenzierte Betrachtung sieht anders aus. Allein schon der Titel „Zwischen Horror und Heilung“ ist alles andere als objektiv und informierend.

Aber inzwischen ist man es schon gewohnt, reißerische Schlagzeilen und Titel zum Thema Cannabis zu lesen. Erschreckend ist jedoch, dass Cannabis selbst als Medikament noch medial so aufgebauscht und teilweise verteufelt wird. Natürlich sind Medikamente mit Vorsicht zu genießen. Doch selbst mit nur ein bisschen Nachdenken sollte man bemerken, dass nur aus Cannabis so ein Rummel erzeugt wird – weil es jahrzehntelang ausschließlich als illegale Droge bekannt war und nun, zusätzlich zu seiner Zulassung als Medikament 2017, auch zum Freizeitkonsum freigegeben werden soll.

Wir können es nur mal wieder wiederholen – beim Vergleich von freizeitlichem und medizinischem Cannabiskonsum werden Äpfel mit Birnen verglichen, ebenso wie beim Vergleich von synthetischen Cannabinoiden und reinem Cannabis!

Minute 10: Es wird behauptet, Cannabiskonsum löst Psychosen aus und verstärkt vorhandene Psychosen. So formuliert ist das schlichtweg falsch! Nein, Cannabiskonsum löst nicht automatisch Psychosen aus und er verstärkt sie auch nicht zwingend – er kann es, in einigen Fällen, genauso wie andere Drogen negative Wirkungen haben können!

Gegen Ende des Videos wird eine einzige Aussage getätigt, die wir so unterschreiben würden – wenn sie in einem anderen Kontext wäre: Es bedarf der Aufklärung. Das stimmt. Nur eben wird nicht eine solche „Aufklärung“ benötigt, wie sie hier vom ZDF vorliegt. Das ist nämlich nichts anderes als unfundierte Panikmache.

Dieses reißerisch aufgemachte Kurzfilmchen mutet eher wie ein schlecht aufgezogenes Erziehungsprogramm an als wie eine zu Informationszwecken produzierte Fachsendung. Sachliche Infos? Fehlanzeige. Das geht definitiv besser!

https://www.youtube.com/watch?v=T5V-jONzEmg

[Forschung] Wissenschaftler entdecken neue zelluläre Prozesse in Cannabis-Trichomen

Durch Einfrieren von Cannabisblättern und die Beobachtung der Zellen mit einem quantitativen Elektronenmikroskop haben Wissenschaftler der University of British Columbia neue Entdeckungen über das Innenleben von Cannabis-Trichomen gemacht. Das sind die winzigen „Haare“ von Cannabisblättern, die die Cannabinoide produzieren. Livingston und seine Kollegen sagen, dass ihre Ergebnisse – insbesondere die Entdeckung der miteinander verbundenen „Superzellen“ von Trichomen – das akzeptierte Modell für die Cannabinoidproduktion neu schreiben könnten und dazu beitragen könnten, die synthetische Produktion von Cannabinoiden in Hefe- und Zellkulturen voranzutreiben.

„Was wir nicht wussten, war, wo der letzte Schritt der Cannabinoidbildung (THC, CBD usw.) stattfand und wie die Vorläufer von ihrem Herstellungsort zu dem Ort gelangen, an dem sie in THC umgewandelt werden.“, so Dr. Sam Livingston, der leitende Botaniker.

Nun bewiesen sie, dass THC ausschließlich außerhalb der Zellen hergestellt wird – in der Speicherhöhle des Drüsentrichoms. „Das hat uns wichtige Fragen aufgeworfen. Wie gelangen insbesondere die Vorläufer von THC aus den Plastiden aus der Zelle, ohne eine toxische Ansammlung dieser Chemikalien zu verursachen? Die früheren Mikroskopiestudien deuteten auf einen zellulären Mechanismus hin, der nicht mit dem übereinstimmte, was wir jetzt aus über 30 Jahren Forschung an anderen Pflanzen wissen, seit diese Studien veröffentlicht wurden.“

Die Methoden zur Konservierung dieser Trichome wurden mit den modernsten Methoden durchgeführt, die Kryofixierung genannt werden. Dies ermöglichte es den Forschern, Strukturen zu sehen, die frühere Studien nicht sehen konnten.

Patrick Schmitt, Chief Scientific Officer und Mitbegründer des Cannabinoidproduktionsunternehmens Farmako, vermutet, dass die bescheidenen Praktiken des Cannabisanbaus mit grünen Daumen möglicherweise zu begrenzt sind, um den großen Marktanforderungen der neuen Cannabisindustrie gerecht zu werden. Er sieht zu begrenzte Möglichkeiten in der Praxis, um die neuen Technologien umzusetzen.

Die Synthesemethode des Unternehmens beruht bisher auf den Wirkungen eines Bakteriums, Zymomonas mobilis, einer Mikrobe, die häufig bei der Herstellung von Tequila verwendet wird. Anstatt Zucker in Alkohol umzuwandeln, verändern Schmitt und sein Team die Bakterien genetisch, um Cannabinoide herzustellen.

https://www.analyticalcannabis.com/news/scientists-discover-new-cellular-processes-within-cannabis-trichomes-314071?utm_content=217375261&utm_medium=social&utm_source=facebook&hss_channel=fbp-1859094734413054&fbclid=IwAR0bcstiRrJ950Xl8QIp4hQIK4UikqU5E7AzOpchfh7ZtlwMHA7fLbw4gkU

[FORSCHUNG: Cannabinoide] Die „Big 6“

Die „Big 6“ oder, zu deutsch, die Großen 6, sind die am häufigsten vorkommenden Cannabinoide in Cannabispflanzen. Zu ihnen zählen CBD, CBG, CBN, CBC, THC und THCV. In diesem Beitrag stellen wir euch alle sechs kurz und knackig vor!

Achtung, natürlich sind die „Big 6“ kein wissenschaftlicher Begriff. Auch die untenstehenden gesammelten Informationen über die Cannabinoide stammen aus zwei nicht-wissenschaftlichen Artikeln. Es geht also diesmal lediglich um einen groben Überblick zu Merkmalen und Wirkungen, die diese Cannabinoide haben könnten. Verlässliche Studien dazu posten wir im Laufe der Zeit.

[FORSCHUNG: Cannabinoide] Cannabichromen – das übersehene Cannabinoid

Neben den bekanntesten Cannabinoiden THC und CBD gibt es auch weniger bekannte, die dennoch den „Big 6“ angehören – so auch Cannabichromen, abgekürzt CBC. CBC spielt inzwischen bereits eine nicht zu vernachlässigende Rolle in der Forschung zur Behandlung von Krebstumoren, Entzündungen und neurologischen Erkrankungen. Es ist das am zweithäufigsten vorkommende Cannabinoid in durchschnittlichen Cannabissorten, erlebt jedoch einen Rückgang in neueren Zuchtprogrammen, in denen vor allem auf den THC- und CBD-Gehalt geachtet wird. CBC wirkt nicht psychoaktiv, sondern dockt an andere Rezeptoren an, die an der Modulation von Schmerzreaktionen beteiligt sind. Dadurch wird der Endcannabinoidspiegel erhöht. Typischerweise ist es auch am Entourage-Effekt beteiligt, also dem Zusammenspiel verschiedener Cannabinoide, wodurch ihre gesamte Wirkung verstärkt wird. Besonders intensiv interagiert CBC scheinbar mit THC.

[KRITIK] Eine Horde cannabissüchtiger Rentner?

Prof. Dr. Michael Rapp, Sozial- und Präventivmediziner an der Universität Potsdam, ist laut einem Zeitungsartikel der Meinung, dass die alternde Generation der Babyboomer künftig das Gesundheitssystem vermehrt durch Sucht belasten wird. Zusammenhänge sieht er dabei im „steigenden“ Cannabis- und Alkoholkonsum. Innerhalb von vier Jahren hätte sich die Rate der Senioren ab 65 Jahren, die im jeweils vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, nahezu verdoppelt.

[FORSCHUNG: Cannabinoide] Cannabigerol (CBG) als Schmerzstiller bei peripherer Neuropathie?

Das Cannabinoid Cannabigerol (CBG) dämpft laut einer Studie an Mäusen die mechanische Überempfindlichkeit, die durch das Krebsmedikament Cisplatin ausgelöst wird. Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Phytocannabinoid, das in Cannabis vorkommt. Infolgedessen wird CBG als rezeptfreie Behandlung für viele Formen von Schmerzen vermarktet.

Der Hype um Cannabis. Woran liegt’s?

Cannabis wird seit einigen Jahren (und Jahrzehnten) immer präsenter in der Öffentlichkeit – in Deutschland wie auch weltweit. Sowohl das Gesetz „Cannabis als Medizin“ im Jahr 2017 als auch die angekündigte (wie auch immer geartete) Legalisierung tragen zwar zu einer verstärkten Präsenz in den Medien bei, sind jedoch keineswegs als Auslöser des Hypes zu verstehen, sondern eher als Folge. Wie kommt das? Im folgenden Artikel versuche ich, die dahinterliegenden Mechanismen kurz und prägnant wiederzugeben, ohne eine wissenschaftliche Abhandlung darzulegen.

Höherer THC-Gehalt – höheres Risiko?

Zu diesem Thema wurde nun eine interessante Metastudie veröffentlicht. Cannabis-Potenz, also die Konzentration von Δ 9-Tetrahydrocannabinol (THC) im Produkt, hat in den letzten Jahren international stetig zugenommen, was das Risiko von gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Cannabiskonsumenten tatsächlich erhöhen könnte.

Acht der untersuchten Studien konzentrierten sich auf Psychosen, acht auf Angstzustände, sieben auf Depressionen und sechs auf CUD (Cannabis use disorder, also quasi Abhängigkeit). Insgesamt war die Verwendung von Cannabis mit höherer Potenz im Vergleich zu Cannabis mit geringerer Potenz mit einem erhöhten Risiko für Psychosen und einer Konsumstörung verbunden, während die Evidenz für Depression und Angst variierte.

[Forschung] Neu belegte Zusammenhänge zwischen medizinischem und freizeitlichem Cannabiskonsum

Laut eines neu erschienenen Artikels haben mehrere Studien in den letzten fünf Jahren gezeigt, dass der Zugang zu medizinischem Cannabis mit einer Verringerung der Verschreibungen für Opioide und andere Medikamente verbunden ist. In den USA ist zugleich die Zahl der Cannabispatienten in den letzten Jahren drastisch gestiegen – vorrangig in den Staaten, in denen es nicht zu Freizeitzwecken legalisiert ist. Einer der genannten Studien zufolge ist die Gesamtzahl der Patienten in staatlichen medizinischen Cannabisprogrammen, für die Daten verfügbar waren, zwischen 2016 und 2020 um fast das 4,5-fache gestiegen. Ein Großteil dieses Wachstums konzentrierte sich dabei auf Staaten ohne Freizeitlegalisierung.  „In fünf der sieben Staaten, die in diesem Zeitraum den Freizeitkonsum erlaubten und Daten meldeten, gingen die Patientenpopulationen für medizinisches Cannabis zurück, vermutlich weil eine medizinische Lizenz, die oft eine Gebühr erfordert, nicht mehr erforderlich war.“ Der Schluss daraus ist, dass die Legalisierung von freizeitlich genutztem Cannabis eine immense Kostenersparnis für die Krankenkassen bedeuten kann.

Wenn du dich in Behandlung mit medizinischem Cannabis befindest...

Das benötigst Du unbedingt:

Ein Attest (auch genannt eine Verordnung oder eine Gebrauchsanweisung), ausgestellt von Deinem behandelnden Arzt.

Enthalten sein muss!!!

- Die Indikation (Erkrankung) zur Verordnung von medizinischem Cannabis
- Die Dosierung und das Präparat (die Blütensorte, das Extrakt, etc.) - Die genaue Einnahmeform (Vaporisieren, Trinken, Essen, etc.)
- Die Uhrzeit(en) der Einnahme
Natürlich hast Du auch Dein aktuelles Rezept / die Quittung der Apotheke dabei...
 
Erläuterungen über die Fahrtüchtigkeit oder über die Zeitspanne, die Du abwarten musst, bevor Du fährst in Dein Attest (Verordnung, Gebrauchsanweisung) zu schreiben, bringt Dir leider nichts.
Das kann nur ein Arbeits-, Betriebs- oder Verkehrsmediziner beurteilen und bescheinigen und bedauerlicherweise nicht der verschreibende Arzt.

Höherer THC-Gehalt – höheres Risiko?

Zu diesem Thema wurde nun eine interessante Metastudie veröffentlicht. Cannabis-Potenz, also die Konzentration von Δ 9-Tetrahydrocannabinol (THC) im Produkt, hat in den letzten Jahren international stetig zugenommen, was das Risiko von gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Cannabiskonsumenten tatsächlich erhöhen könnte.  

Acht der untersuchten Studien konzentrierten sich auf Psychosen, acht auf Angstzustände, sieben auf Depressionen und sechs auf CUD (Cannabis use disorder, also quasi Abhängigkeit). Insgesamt war die Verwendung von Cannabis mit höherer Potenz im Vergleich zu Cannabis mit geringerer Potenz mit einem erhöhten Risiko für Psychosen und einer Konsumstörung verbunden, während die Evidenz für Depression und Angst variierte.  

Auch rein physische Zusammenhänge wären hierbei interessant, doch geben obige Ergebnisse endlich Aufschluss über einen in Fachkreisen lange vermuteten Zusammenhang. Daraus ergibt sich, dass sowohl im Freizeitgebrauch als auch bei medizinischem Cannabis nun diese Risiken berücksichtigt werden können und sollten! 

aus: https://doi.org/10.1016/S2215-0366(22)00161-4

Wie erhalte ich ein Rezept – oder warum die Arztsuche häufig schief geht

Viele Cannabis Patienten scheinen ständig Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Arzt zu haben. In Gesprächen mit verschiedenen Ärzten, Psychotherapeuten haben wir versucht herauszufinden, woran das liegt. Hier einige Gründe:

Die Internetpräsenz missverstanden

Psychotherapeuten, Diplom Psychologen arbeiten zwar mit Cannabis Patienten, dürfen aber keine Rezepte ausstellen. Psychiater und Neurologen dürfen dies.
Wer also Internetseiten nur überfliegt, gerät an genervte Sprechstundenhilfen oder Sekretärinnen, die ständig erläutern müssen, dass sie eine psychotherapeutische oder psychologische Praxis sind und keine Ärzte.
Was ist der Unterschied zwischen Psychiater und Psychotherapeut? Wer darf verschreiben?
Ein Psychiater, Neurologe, hat Medizin studiert und anschließend eine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert. Ein Psychologe hat Psychologie studiert. Als Psychotherapeut kann er erst nach Abschluss einer mehrjährigen Ausbildung tätig werden. Ärzte, außer Zahn- und Tierärzte dürfen verschreiben, auf Kassenrezept allerdings nur die Vertragsärzte der Krankenkassen, sonst muss man ein Privatrezept in Anspruch nehmen und dieses selbst bezahlen – Psychotherapeuten und Psychologen dürfen nicht verschreiben!
 

Cannabis-induzierter Myokardinfarkt bei einem 27-jährigen Mann: Fallbericht

 
Das Rauchen von Cannabis wurde als einer der Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit beschrieben, die in seltenen Fällen ein akutes Koronarsyndrom (ACS) auslösen kann. In diesem Bericht wird der Fall eines 27-jährigen Mannes dargestellt, der nach Cannabiskonsum mit akutem Myokardinfarkt (AMI) vorgestellt wurde.
 

CANNABIS-LEGALISIERUNG - Firmen könnten sich vom Medizinalcannabis abwenden

 
Nach der Legalisierung in Kanada zerbrach der dortige Medizinalcannabis-Markt, berichteten Hersteller auf der Cannabis-Messe ICBC in Berlin. Konsumenten und Firmen wendeten sich dem Freizeitmarkt zu – auf Kosten der Forschung und Arzneimittelversorgung. In Deutschland herrschen andere Bedingungen. Doch für Hersteller und Patienten zeichnet sich ein Wandel ab.
Laut Experten behandeln Mediziner:innen in Deutschland rund 80.000 Patienten und Patientinnen mit medizinischem Cannabis. Ihnen blüht bald ein Wandel: Die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken, die die Bundesregierung in Bälde ermöglichen will.
 
Auf der International Cannabis Business Conference (ICBC) am 19. und 20. Juli in Berlin schätzten Experten: Viele Patienten werden auf Freizeit-Cannabis umsteigen, eventuell sogar die Hälfte der Betroffenen. Dies war auch in Kanada der Fall, als das Land im Jahr 2018 „Gras“ freigab. Viele Patienten, die auf medizinische Hilfe angewiesen sind, „therapieren“ sich dort nun selbst.

Wir sind viele und lassen keinen Cannabispatienten, Apotheker oder Mediziner alleine!

Wozu gibt es einen zertifizierten Sachverständigen für Cannabis – Medikation (SVCM)?

Vielleicht fragen sich einige von euch, wer die SVCMs, die an der Cannabis-Akademie ausgebildet werden, eigentlich sind, was sie machen und wobei sie helfen können.

Heute möchten wir euch daher unsere Arbeit, die Tätigkeitsfelder eines SVCMs (Sachverständigen für Cannabismedikation) etwas genauer vorstellen.

Mehr Notfallversorgungen und Krankenhausaufenthalte bei Cannabiskonsumenten (Kanada)

Bis 2019 gaben landesweit mehr als 5,1 Millionen Menschen oder 16,8 % der Kanadier ab 15 Jahren an, in den drei Monaten vor der Erhebung Cannabis konsumiert zu haben. Dies war höher als die durchschnittlich 14,9 % (4,5 Millionen) Meldenutzung im Jahr 2018 (vor der Legalisierung). https://www150.statcan.gc.ca/n1/pub/82-003-x/2020002/article/00002/tbl/tbl01-eng.htm
 
Ein Drittel (33,3 %) der 18- bis 24-Jährigen im Jahr 2019 gab an, in den letzten drei Monaten Cannabis konsumiert zu haben, ein gegenüber der Legalisierung unverändertes Niveau, das auch die Raten aller anderen Altersgruppen (von 5,9 % bis 24,4 % je nach Alter). Auch war der Konsum bei Männern unabhängig vom Jahr weiterhin höher als bei Frauen.
 
Zwischen 2018 und 2019 nahm der Cannabiskonsum zu, insbesondere bei Personen ab 25 Jahren (13,1 % auf 15,5 %) und bei Männern (17,5 % auf 20,3 %). Die entsprechenden Raten für 15- bis 24-Jährige (27,6 % bis 26,4 %) und Frauen (12,3 % bis 13,4 %) blieben konstant. Wohingegen der Konsum bei den 15- bis 17-Jährigen zurückging (19,8 % auf 10,4 %).
 

Freizeitkonsum und Medizin – welche Rolle kann die Legalisierung spielen?

von Olivia Mantwill (Drogen- und Suchtsoziologin (M.A. univ.))  in Ausbildung zum SVCM

Erst kürzlich erschien die abschließende Auswertung der Cannabis-Begleiterhebung durch das BfArM, die seit Einführung des Gesetzes „Cannabis als Medizin“ 2017 verpflichtend von Cannabis verschreibenden Ärzten durchgeführt wurde. Darin wird unter anderem thematisiert, dass die demografischen Ergebnisse der Verschreibungen „die Frage nach Abgrenzung zwischen tatsächlich therapeutischen Effekten und erlebter Steigerung des Wohlbefindens bei hoher Abhängigkeitsgefahr“ aufwerfe (BfArM 2022). Im Klartext wird also vom Ministerium ein (hoher) Missbrauchsanteil von Cannabispatienten vermutet. Doch wie realistisch und vor allem für die künftige Politik relevant ist dieser Verdacht?

Vergütung für vernichtetes (deutsches) Cannabismedikament

Seit gut einem Jahr können Apotheken deutsches Cannabis beziehen.
Zur Abrechnung der Vernichtung wurden zwei neue Sonder-PZN aufgenommen. Zusätzlich wurden Regeln zur Vergütung der Vernichtung und Sonderkennzeichen für deutsches Cannabis getroffen.

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