[FORSCHUNG: Cannabinoide] Cannabichromen – das übersehene Cannabinoid

Neben den bekanntesten Cannabinoiden THC und CBD gibt es auch weniger bekannte, die dennoch den „Big 6“ angehören – so auch Cannabichromen, abgekürzt CBC. CBC spielt inzwischen bereits eine nicht zu vernachlässigende Rolle in der Forschung zur Behandlung von Krebstumoren, Entzündungen und neurologischen Erkrankungen. Es ist das am zweithäufigsten vorkommende Cannabinoid in durchschnittlichen Cannabissorten, erlebt jedoch einen Rückgang in neueren Zuchtprogrammen, in denen vor allem auf den THC- und CBD-Gehalt geachtet wird. CBC wirkt nicht psychoaktiv, sondern dockt an andere Rezeptoren an, die an der Modulation von Schmerzreaktionen beteiligt sind. Dadurch wird der Endcannabinoidspiegel erhöht. Typischerweise ist es auch am Entourage-Effekt beteiligt, also dem Zusammenspiel verschiedener Cannabinoide, wodurch ihre gesamte Wirkung verstärkt wird. Besonders intensiv interagiert CBC scheinbar mit THC.

Wofür kann CBC eingesetzt werden?

  • Entzündung und Akne

CBC kann eine übermäßige Lipidproduktion und Entzündungen in den Talgdrüsen der Haut unterdrücken, was gegen Akne hilft. Zudem zeigten Studien an Ratten, dass es das Verhalten von Neuronen im Gehirn beeinflusst, indem es den Endocannabinoidspiegel im Körper erhöht. Anders als gängige entzündungshemmende Mittel blockiert es also nicht die Produktion von Enzymen, wirkt aber dennoch gegen Entzündungen.

  • Krebs

CBC hemmt die Inaktivierung von Endocannabinoiden, was bewirkt, dass diese länger als gewöhnlich im Blutkreislauf verbleiben können. Da das Endocannabiniod Ananamid (AEA) das Wachstum von Brustkrebstumoren hemmt, könnte dies ein Hinweis auf eine krebslindernde Wirkung sein. Zudem beschleunigt CBC das Absterben von Magen-Darm-Krebszellen.

  • Gehirnfunktion

Durch die indirekte Regulierung von Stress vermeidet CBC Probleme wie Entzündungen, hypoxische Hirnverletzungen oder Alzheimer.

  • Antibakterielle Wirkung

Möglicherweise hemmt CBC auch das Wachstum von, teilweise antibiotikaresistenten, Keimen wie dem Staphylococcus aureus (MRSA).

 

Wie so oft bei Cannabis steckt die Forschung auch hier fast noch in den Kinderschuhen. Weitere Studienergebnisse lassen auf sich warten, wir sind gespannt und halten Euch auf dem Laufenden!

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