Der folgende Text ist eine Zusammenfassung des aktuellen Stands zur Forschung und Einsatz von Cannabis und Cannabinoiden. Er basiert auf der folgenden Quelle:
https://news.cancerresearchuk.org/2021/09/01/cannabis-cannabinoids-and-cancer-the-evidence-so-far/

Cannabis, Cannabinoide und Krebs

In den Online-Medien zum Thema Krebs liefert kaum ein anderes Thema so viel Diskussionsbedarf wie Cannabis.

Es ist festzuhalten, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine hinreichende Menge an wissenschaftlich belegbaren Beweisen gibt, dass Cannabis in jedweder Form in der Lage ist, Krebs zu heilen. Das gilt sowohl für Hanföl und Cannabisöl als auch für die chemischen Bestandteile der Cannabispflanze (Cannabinoide) – egal ob natürlich vorkommend oder künstlich hergestellt.

Kann Cannabis Krebs heilen?

Es gibt bereits über hundert Studien, die sich mit dem Thema Cannabis und Krebs auseinandersetzen, aber trotz der Vielzahl konnte noch kein hinreichend stichfester, wissenschaftlich belegter Hinweis darauf gefunden, dass Cannabis sicher und wirksam Krebs heilen kann.

Der Grund dafür liegt darin, dass bisher der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Forschung auf Krebszellen gelegt wird, die im Labor an Zellkulturen oder in Versuchstieren durchgeführt werden.
Die bisher vielversprechendsten Ergebnisse wurde durch die Gabe von THC und CBD erzielt, aber auch mit dem synthetischen Cannabinoid JWH-133 wurden positive Resultate erreicht.

Aus dem Laborbereich sind ebenso vielversprechende Ergebnisse mit verschiedenen Zellkulturen von Hirn-, Prostata-, Brust-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erzielt worden. Dabei ist wichtig festzuhalten, dass die verschiedenen Cannabinoide auf unterschiedliche Weise von den Cannabinoiden beeinflusst wurden, sodass bei weitem nicht von einer Universallösung gesprochen werden kann. Darüber hinaus wurde herausgefunden, dass Cannabinoide negative Auswirkung auf den Krankheitsverlauf haben können. Unter bestimmten Umständen kann das Wachstum von Krebszellen durch Cannabinoide sogar noch beschleunigt werden, auch spielt scheinbar die Menge der im betroffenen Gewebe vorhandenen Cannabinoide eine Rolle.

Kann Cannabis Krebs vorbeugen?

Auch in diesem Bereich steht ein verlässlicher Nachweis noch aus. Es gibt eine Forschungsergebnisse, die nahelegen, dass Endocannabinoide dem Wachstum von Krebszellen entgegenwirken können, und bei Mäusen konnte im Tierversuch nachgewiesen werden, da reines THC in sehr hohen Dosen das Risiko vermindern, an Krebs zu erkranken. Das ist jedoch kein hinreichender Beweis, dass Cannabis oder Cannabinoide beim Menschen dem Kreis vorbeugen können.

Bekommt man durch das Rauchen von Cannabis Krebs?

Die Beweislage zu dieser Frage ist unschlüssig, was unter anderem damit zusammenhängt, dass Cannabis häufig in Verbindung mit Tabak konsumiert wird, der bekanntermaßen krebserregend ist. Stand 2021 ist unklar, ob ein erhöhtes Krebsrisiko durch Cannabis selbst vorliegt, unabhängig vom Tabak.

Kann Cannabis zur Linderung der Symptome einer Krebserkrankung beitragen, oder die Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Übelkeit bekämpfen?

Es gibt eine gut gesicherte Beweislage, dass Cannabis oder Cannabinoide eine gute Wirkung bei der Schmerzbehandlung und der Bekämpfung von Nebenwirkungen der Behandlung haben. So wird seit 1980 Dronabinol und Nabilone dazu eingesetzt, Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkungen der Chemotherapie zu unterdrücken.
Weiterhin können Cannabinode eingesetzt werden, um den Appetit anzuregen, was dazu beitragen kann, einer Abmagerung vorzubeugen. Diesbezügliche Forschungsergebnisse sind bisher aber nur wenige verfügbar.

„Kann doch nicht schaden? Es gibt nichts zu verlieren.“

Wenn eine konventionelle Behandlung zugunsten einer Therapie mit Cannabis ausgeschlagen wird, besteht die Gefahr, dass die Patienten auf eine Behandlung verzichten, die eine gesicherter Chance auf eine heilende oder zumindest lebensverlängernde Wirkung hat.

Insbesondere wenn die Cannabispräparate auf illegalem Wege bezogen werden, ist völlig unklar, welche Wirkstoffkombination enthalten ist, wie wirksam diese ist und ob ggf. Verunreinigungen und /oder Schadstoffe enthalten sind.

„Big Pharma kann es nicht patentieren, also wird auch nicht geforscht.“

Häufig hört man das Argument, dass die Pharmaindustrie keine Forschung durchführt, weil keine Möglichkeit besteht, eine Pflanze oder natürliche chemische Verbindungen zu patentieren. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, die Wirkstoffe patentieren zulassen, etwa indem man wirksamere Medikamente auf der Basis von Cannabinoiden entwickelt oder indem neue Darreichungsformen entwickelt werden. Die besten Option, die möglichen Vorteile von Cannabinoiden zu nutzen besteht darin, die Forschung unter Einsatz von hochwertigen, sicheren, legalen Zubereitungen, die pharmazeutischen Standards entsprechen, fortzuführen.

Zusammenfassung

Gegenwärtig gibt es noch nicht genug wissenschaftlich gesicherte Beweise, dass Cannabis Krebs heilen kann, die diesbezügliche Forschung läuft aber weiter. Cannabis kann aber die Folgen einer Chemotherapie und/oder beim Schmerzmanagement vorteilhaft eingesetzt werden.

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