Cannabis hilft laut Studie bei Drogenabhängigkeit und geistiger Gesundheit

Kurzfassung: Die Verwendung von Cannabis könnte einigen Alkoholikern und Opiatabhängigen dabei helfen, ihre Gewohnheiten abzulegen, legt eine neue Studie nahe. Darüber hinaus fanden die Forscher Hinweise, dass medizinisches Cannabis bei Symptomen wie Depression, PTBS und Angststörungen hilfreich sein kann. Andererseits deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass die Verwendung von medizinischem Cannabis bei Erkrankungen wie bipolaren Störungen oder Psychose nicht empfehlenswert erscheint.

„Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass Betroffene Cannabis als Ausstiegsdroge nutzen, um den Gebrauch von Substanzen zu reduzieren, die ein größeres Schadenspotential aufweisen, wie Opiate zur Schmerzbekämpfung.“ Sagte der Leiter der Forschungsgruppe Zach Welsh, Professor für Psychologie an der Universität von British Columbia.

Die Übersicht über die Forschungslage zu medizinischem Cannabis und geistiger Gesundheit fand weiterhin einige Hinweise darauf, dass Cannabis bei den Symptomen von Depression, PTBS und Angststörungen helfen kann. Gleichzeitig kam die Untersuchung zu dem Schluss, dass die Gabe von Cannabis bei bipolaren Störungen und Psychosen nicht zu empfehlen ist.

„Bei Betrachtung der begrenzten nachgewiesenen Wirkungen von Cannabis hat sich herausgestellt, dass Patienten und Andere, die sich für den Einsatz von med. Cannabis als Mittel zur Schadensminimierung eingesetzt haben, durchaus Recht haben.“ sagte Walsh.

Walsh und seine Mitarbeiter haben sämtliche Studien zu medizinischem Cannabis und geistiger Gesundheit sowie zu nichtmedizinischer Verwendung von Cannabis geprüft, was die Übersichtsarbeit zu einer der vollständigsten Arbeit macht, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Mit Blick auf die Legalisierung von Cannabis sei es wichtig, Möglichkeiten zu identifizieren, mit denen Psychologen, Psychiater und andere die Stigmatisierung überwinden können und besser in der Lage sind, Nutzen und Risiken gegeneinander abzuwägen, fügte Walsh hinzu.

„Gegenwärtig gibt es keine klare Richtlinie, wie Psychiater und Psychologen mit Patienten umzugehen haben, die Cannabis medizinisch verwenden.“, sagte Walsh. „mit dem Ende der Prohibition ist es keine gangbare Option mehr, den Leute einfach vorzuschreiben, mit dem Konsum aufzuhören. Daher wird es notwendig zu wissen, wie man Cannabis in die Gleichung einbeziehen kann.“

Die Forschungen von Prof. Walsh wurden in Zusammenarbeit mit Michelle Thiessen, Kim Crosby und Chris Carroll (jeweils Universität von British Columbia), sowie Raul Gonzales (Florida State University) und Marcel Bonn-Miller (National Centre for PTSD, Center for Innovation and Implementation, Kalifornien) durchgeführt.

 

Der obige Text ist im Original unter

https://www.sciencedaily.com/releases/2016/11/161116102847.htm

zu finden und bezieht sich auf die folgende Quelle:
Zach Walsh, Raul Gonzalez, Kim Crosby, Michelle S. Thiessen, Chris Carroll, Marcel O. Bonn-Miller. Medical cannabis and mental health: A guided systematic review. Clinical Psychology Review, 2017; 51: 15 DOI: 10.1016/j.cpr.2016.10.002

Weiterführende Literatur zum Thema finden man auch hier:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6135562/

 

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